Erstgespräch

Wie läuft ein Beratungsgespräch beim Anwalt ab?

 

In unserem ersten Gespräch besprechen ich zunächst den Sachverhalt mit Ihnen, berate Sie über mögliche Lösungswege und bespreche die Kosten mit Ihnen.

Um sich ein umfangreiches Bild Ihrer Lage zu machen, schildern Sie mir Ihren Fall und ich stelle ggf. Nachfragen, bis ich genau weiß, worum es geht.                                                                         

Dabei gilt: Da Anwälte gesetzlich zur Verschwiegenheit verpflichtet sind und um eine richtige Beratung zu gewährleisten, ist falsche Scham oder die halbe Wahrheit oft Fehl am Platz. Sie können - zu Ihren Gunsten - immer offen mit mir reden!                                                                   

Nachdem wir Ihre Ziele besprochen haben, stelle ich Ihnen mögliche Lösungswege Ihres Problems dar und berate Sie über die Vor- und Nachteile der Möglichkeiten. Bei komplexeren Sachverhalten ist es möglich, dass eine Besprechung der Lösungswege nicht sofort möglich ist. Eine sorgfältige Prüfung der Sachlage braucht Zeit.                 

Ich berate Sie über die Kosten. Verschiedene Lösungswegekönnen dabei unterschiedliche Kosten verursachen, auch dies ist ein Aspekt, der bei der Wahl des Lösungsweges zu beachten ist. Haben Sie keine Scheu, mich auf die Kosten von Beratung, Vertretung, Verfahren etc. anzusprechen!                                                                                                      Letztlich entscheiden Sie über die Erteilung eines Auftrags. Beauftragen Sie mich mit Ihrer Interessenvertretung, unterzeichnen Sie eine Vollmacht mit der ich anderen gegenüber für Sie tätig werden kann.

 

Warum eine Erstberatung?

 

Vielfach lassen sich Rechtsprobleme schon in einer Erstberatung klären. Die Ungewissheit, ob ein Anspruch durchsetzbar ist oder es sinnvoll ist, sich gegen eine Forderung zu wehren, lässt sich damit ausräumen. Falsche Handlungsweisen in Unkenntnis der Rechtslage können teuer werden.

 

Eine kostenlose Erstberatung gibt es nach dem Gesetz nicht

 

Rechtliche Informationen und schnelle Beratungsangebote finden sich auch im Internet. Auch Anwälte werben teilweise mit einer kostenlosen Erstberatung oder Billigpreisen.

 

Eine objektive Beratung kann nur gewährleistet sein, wenn der Anwalt für seine Beratung auch bezahlt wird. Ein Anwalt wird also bei ungünstiger Rechtslage auch von einer Klage abraten und dem Mandanten das Für und Wider einer Klage ausführlich erläutern. Ein Anwalt, der seine Gebühren nur mit Klagen verdient, wird im Zweifel den Mandanten lieber für als gegen eine Klage beraten.

Jeder Rechtsuchende muss natürlich selbst entscheiden, wie viel er für eine anwaltliche Beratung bezahlen will. Es ist unklug, zu viel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen, denn die teuerste Beratung ist die schlechte Beratung.

Eine Beratung ist eine typische anwaltliche Leistung. Sie nimmt, wenn sie gut sein soll, auch entsprechend Zeit in Anspruch. Ein sorgfältig arbeitender Anwalt nimmt sich immer die Zeit, die nötig ist, um eine Rechtsangelegenheit unter allen rechtlichen Aspekten zu prüfen und einzuschätzen. Je nach Sachlage kann dies mehr oder weniger Zeit in Anspruch nehmen.

Wie bereite ich mich am besten vor?

 

Am besten ist, wenn Sie Ihre Besprechung anhand einer Checkliste vorbereiten, die diejenigen Fragen enthält, die ein Rechtsanwalt typischerweise an Sie stellen wird. Versuchen Sie nicht, sich alles im Gedächtnis zu merken. Machen Sie sich Notizen darüber, was Sie wissen wollen und was Ihnen wichtig erscheint. Sie vermeiden, dass Sie im Gespräch unter vier Augen das eine oder andere vergessen und den Anwalt dann erneut kontaktieren müssten.

 

Beispiel für ein Beratungsgespräch zur Scheidung

 

Erwarten Sie nach der Scheidung nachehelichen Ehegattenunterhalt, sollten Sie ungefähr wissen, unter welchen Voraussetzungen Ihnen welche Ansprüche zustehen. Gehen Sie bei jeglicher Erkenntnis zum Anwalt, muss der Anwalt Sie erst einmal über die Grundzüge des Unterhaltsrechts informieren, bevor Sie überhaupt beurteilen können, ob Ihnen Ansprüche realistischerweise zustehen. Sind Sie aber bereits vorab informiert, können Sie mit dem Anwalt wesentlich effektiver kommunizieren und abklären, ob Ansprüche in Betracht kommen. Kommen Ansprüche beispielsweise wegen der Kleinkinderbetreuung oder Ihrer Krankheit oder Arbeitslosigkeit in Betracht, sind Sie besser in der Lage, die dafür notwendigen Informationen über Ihre Lebensumstände zu vermitteln. Das Gespräch ist dann wesentlich effektiver und erleichtert vornehmlich auch dem Anwalt die effektive Beratung.

 

Betrachten Sie Ihre Scheidung möglichst als einen objektiven Vorgang

 

Wenn Sie die Trennung von Ihrem Ehepartner emotional tief bewegt, sollten Sie dennoch alles daransetzen, Ihr Scheidungsverfahren als einen objektiv verlaufenden Vorgang zu betrachten. Natürlich geht es darum, wer was von wem fordern kann und wer welche Rechte und Pflichten hat. Dabei sind Emotionen die denkbar schlechtesten Ratgeber.

 

Emotionen begründen keine rechtlichen Ansprüche. Umgekehrt sind Emotionen keine Grundlage, berechtigte Ansprüche abzuwehren.

 

Rechte und Pflichten bemessen sich allein nach dem Gesetz. Gehen Sie zum Gespräch mit dem Anwalt, sollten Sie sich emotional einigermaßen im Griff haben. Ein emotional geführtes Anwaltsgespräch schafft nicht den Rahmen, den das Gesetz vorgibt. Auch wenn es noch so schwerfällt, sollten Sie objektiv denken. Objektiv begründete Forderungen sind besser zu begründen als Forderungen, die rein emotionale Hintergründe haben. Umgekehrt lassen sich Forderungen effektiver abwehren, wenn Sie objektiv argumentieren. Berücksichtigen Sie, dass alles, was Sie emotional in das Scheidungsverfahren hineinbringen, das Verfahren verzögert. Sie tauschen unnötigerweise seitenlange Schriftsätze aus, die im Ergebnis wenig bringen und Ihre Gefühlswelt ständig auf und ab schaukeln. Argumentieren Sie objektiv, schaffen Sie auch die Voraussetzungen, dass hoffentlich auch Ihr Ehepartner objektiv denkt und sich nicht genötigt fühlt, einem emotional begründeten Sachvortrag auf der gleichen Ebene entgegenzutreten.

Mit welchen Erwartungen und Zielen sollte ich meiner Scheidung betreiben?

Es ist ein Klischee, dass Scheidungen üblicherweise streitig verlaufen. Auch wenn Brad Pitt und Angelina Jolie genau dieses Klischee bedienen, sollten Sie die Kraft aufbringen, Ihre Scheidung trotz eventueller Vorbehalte möglichst einvernehmlich abzuwickeln. Streitige Scheidungen sind teuer, verursachen unnötige Gebühren für die Gerichtskasse und die notwendigerweise beiden beteiligten Rechtsanwälte, sind langwierig und emotional oft ruinös.

Sie vermeiden dieses Szenario, wenn Sie von vornherein Ihr Fühlen, Denken und Handeln auf eine einvernehmliche Scheidung ausrichten. Eventuelle Scheidungsfolgen regeln Sie außergerichtlich in einer Scheidungsfolgenvereinbarung, die Sie notariell beurkunden oder gerichtlich protokollieren lassen. Mit einer einvernehmlichen Scheidung lassen Sie sich kostengünstig, zügig und am wenigsten emotional belastend scheiden. Sie schaffen so die Grundlage für neue Lebensperspektiven. Wenn Sie mit dieser Einstellung ins Anwaltsgespräch gehen, haben Sie beste Ausgangsvoraussetzungen, das Gespräch zu Ihrer Zufriedenheit zu führen.

 

Was Ihr Rechtsanwalt von Ihnen wissen will?

 

Ihr Rechtsanwalt wird folgende Fragen stellen:

  • Leben Sie getrennt voneinander?

  • Wann genau haben Sie sich getrennt?

  • Wie haben Sie die Trennung vollzogen?

  • Bestreitet Ihr Ehepartner die Trennung?

  • Sehen Sie die Chance auf eine Versöhnung?

  • Sehen Sie die Chance auf eine einvernehmliche Scheidung?

  • Gibt es bereits Schriftverkehr mit Ihrem Ehepartner nach der Trennung?

  • Gibt es einen Ehevertrag?

  • Gibt es bereits Vereinbarungen über Trennungs- und Scheidungsfolgen?

  • Haben Sie gemeinsame Kinder?

  • Wer betreut die Kinder (Aufenthaltsbestimmungsrecht)?

  • Können Sie sich über das Umgangsrecht verständigen?

  • Ist das Sorgerecht streitig?

  • Ist der Ehepartner bereit, Kindesunterhalt zu zahlen?

  • Wünschen Sie Trennungsunterhalt für den Zeitraum Ihrer Trennung?

  • Sind Sie aufgrund Ihrer Lebensumstände (welche?) auf nachehelichen Unterhalt nach der Scheidung angewiesen?

  • Fordern Sie Zugewinnausgleich?

  • Haben Sie Ihren Hausrat aufgeteilt?

  • Welche Verbindlichkeiten haben Sie in der Ehe begründet?

  • Wer betreut künftig Hund und Katze?

  • Wissen Sie, ob im Hinblick auf den Versorgungsausgleich in Ihrem Rentenversicherungskonto sämtliche versicherungsrelevanten Zeiten erfasst sind?

  • Möchten Sie eventuelle Scheidungsfolgen außergerichtlich in einer Scheidungsfolgenvereinbarung regeln?

  • Sehen Sie die Chance, zur Vermeidung einer streitigen Scheidung, eine Mediation in Anspruch zu nehmen?

  • Können Sie die Scheidungskosten aus eigener Tasche bezahlen? Wenn nicht, wäre ein Anspruch auf Prozesskostenvorschuss gegenüber Ihrem Ehepartner zu prüfen. Ist der Ehepartner nicht leistungsfähig, können Sie staatliche Verfahrenskostenhilfe beantragen.

  • Kennen Sie die Einkommens- und Vermögensverhältnisse Ihres Ehepartners? Liegen Ihnen entsprechende Unterlagen vor?

  • Haben Sie Ihre eigenen Unterlagen zum Nachweis Ihrer Einkommens- und Vermögensverhältnisse zusammengestellt?

 

Welche Unterlagen benötige ich für das Gespräch beim Anwalt?

 

Ihr Rechtsanwalt benötigt zur Formulierung Ihres Scheidungsantrags folgende Unterlagen:

 

  • Heiratsurkunde (wenigstens eine Kopie, des Originals ist im Scheidungstermin vorzulegen)

  • Ehevertrag, soweit vorhanden

  • Erbvertrag, soweit vorhanden

  • Einkommensnachweise beider Ehepartner zur Kalkulation der Scheidungskosten und eventueller Unterhaltsansprüche (maßgebend sind die letzten zwölf Verdienstbescheinigungen)

  • Nachweise über vorhandene Vermögenswerte beider Ehepartner zur Kalkulation der Scheidungskosten und eventueller finanzieller Ausgleichsansprüche

  • Geburtsurkunden der gemeinsamen Kinder

Können wir gemeinsam einen Rechtsanwalt beauftragen?

 

Im Idealfall betreiben Sie Ihr Scheidungsverfahren als einvernehmliche Scheidung. Eventuelle Scheidungsfolgen regeln Sie außergerichtlich in einer Scheidungsfolgenvereinbarung. Dann genügt es, wenn ein Ehepartner den Scheidungsantrag stellt und der andere zustimmt. Für die Zustimmung benötigt der Partner keinen eigenen Rechtsanwalt. Insofern erscheint es naheliegend, dass Sie gemeinsam zu einem Rechtsanwalt gehen und sich beraten lassen wollen.

 

Doch Vorsicht: Rechtsanwälte müssen Interessenkonflikte vermeiden. Ihr Ehepartner ist trotz allen Einvernehmens Ihr potenzieller Gegner im Scheidungsverfahren. Gehen Sie gemeinsam zu einem Rechtsanwalt, darf Sie der Anwalt nur über den Ablauf eines Scheidungsverfahrens informieren und darauf hinwirken, dass Sie sich wegen der Scheidungsfolgen außergerichtlich auf eine Scheidungsfolgenvereinbarung verständigen. Sollten sich in dieser Unterredung unterschiedliche Interessen offenbaren, muss der Anwalt das Gespräch beenden und darf Sie nicht weiter vertreten. Insoweit ist es besser, wenn Sie allein Ihren Rechtsanwalt kontaktieren. Einen gemeinsamen Anwalt gibt es insofern nicht.

 

Welche Scheidungspapiere sind zu unterschreiben?

 

Das einzige, was Sie beim Rechtsanwalt unterschreiben müssen, ist die anwaltliche Vollmacht. Sie brauchen keine Scheidungspapiere zu unterschreiben. Sowas gibt es nur im Fernsehen. In der anwaltlichen Vollmacht bevollmächtigen Sie den Anwalt, Sie im Scheidungsverfahren zu vertreten. Derjenige, der die Scheidungspapiere unterschreibt, ist der Richter. Er unterschreibt den Scheidungsbeschluss und dokumentiert damit, dass Ihre Ehe aufgelöst ist.

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© Rechtsanwältin Nicole Schulz

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